Cannabis im Keller gezogen

25. Februar 2008

HENNEF. Die Investitionskosten von knapp 8000 Euro haben sich für den Betreiber einer illegalen Cannabis-Plantage nicht gerechnet. Gestern Morgen tauchte die Polizei in dem freistehenden Einfamilienhaus in Hennef auf und beschlagnahmte die groß aufgezogene professionelle Anlage mit 300 Pflanzen, die in sieben Räumen im Erdgeschoss und im Keller aufgebaut war. Bei einem Ertrag von 30 Kilogramm Marihuana oder Haschisch hätten die ausgewachsenen Pflanzen auf dem Drogenmarkt gut 200 000 Euro eingebracht. Gestern Morgen um 6 Uhr schlug die Kriminalpolizei mit elf Beamten und zwei Hunden zu.Nachdem der Schlüsseldienst das Objekt geöffnet hatte, wurde ein vermutlich aus Albanien stammender Mann, Mitte 20, festgenommen, der allerdings kein Deutsch sprach. Das Haus war vermietet, offiziell gemeldet war indes niemand. Und der Besitzer wusste nichts von der Straftat.

Die bundesweite Aktion, die von der Staatsanwaltschaft Neuss initiiert worden war, betraf 200 Objekte, darunter als einziges im Rhein-Sieg-Kreis das Haus in Hennef. Insgesamt waren 1500 Beamte im Einsatz. Allein in Nordrhein-Westfalen nahmen 420 Polizisten 63 Wohnungen und Betriebsräume unter die Lupe. Aufmerksam geworden war das Landeskriminalamt bei einer Durchsuchung eines so genannten Grow-Shops in Aachen, der über Geschäftsräume und Internet professionelles Equipment wie Beleuchtungs- und Bewässerungssysteme vertrieb. Solche Utensilien fanden die Beamten im großen Stil auch in Hennef, wobei in zwei Räumen die Hanfpflanzen schon auf halbe Größe gewachsen waren.

Professionell gingen die Betreiber auch bei der Stromzufuhr vor. Ein Starkstromkabel war vor dem Zähler angezapft worden, um die hohen Energiekosten zu vertuschen. „Das wäre nie aufgefallen“, räumten zwei RWE-Mitarbeiter ein, die gestern Morgen die Anlage untersuchten. Zahlreiche Kabelstränge und Steckdosen waren im ganzen Haus verteilt, um den Pflanzen mit knapp 40 Grad optimale Wachstumschancen zu gewährleisten.

„Da waren absolute Profis am Werk. Es wurden sogar Düngemittel benutzt, um den Ertrag zu steigern“, sagte Burkhard Rick von der Polizei-Pressestelle. „Eine Anlage von diesem Ausmaß hat es bei uns noch nie gegeben“, staunte er selbst. Mit dieser Aktion, so Rick, „soll diese neue Mode auch im Keim erstickt werden.“ Für die Aufzucht von Cannabis droht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis. RHEINLAND SEITE 38

Aufbruchstimmung in der Textilbranche

25. Februar 2008

München (ots) - Allgemein herrscht die Annahme, dass die wichtigsten Akzente für die Mode der kommenden Saison von den bekannten Couturehäusern und Fashionbrands auf dem Catwalk der großen Schauen in New York, Mailand und Paris zum ersten Mal einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Dies ist nur bedingt richtig. Zwar geben die bekannten Designer die Marschrichtung bezüglich Schnitt, Form und Volumen an - weniger bekannt, aber dennoch von entscheidender Bedeutung - ist der Einfluss der Vorstufe mit den großen Textilmessen in Paris, Mailand und München auf Material und Farbe. Allein auf der munich fabric start - pre collections, welche vom 6.-8. Februar 2008 in München statt findet, entscheiden über 13.000 Modedesigner und Einkäufer darüber, welche Stoffe und Farben im Frühjahr 2009 auf den europäischen High Streets zu sehen sind.

Der Saisonslogan der rund 750 Aussteller lautet No Future: Für ein “No” ist nicht länger Platz. Zukunft ist angesagt. Nachdem sich die Mode in den letzten Jahren viel an voran gegangenen Dekaden orientierte, ist eine Aufbruchsstimmung hin zu neuen, zukunftsorientierten Ideen deutlich spürbar.

Aus jeder Nische der Welt werden Trends und subkulturelle Strömungen registriert und zitiert. So entsteht ein buntes Gemisch aus Technik und Natur, Musik und Kunst sowie Technik und Ökologie. Natürliche Materialien und Fasern wie Agave, Bambus, Kapok, Hanf und Ramie (eine Bastfaser aus den Stängeln der Ramie-Pflanze) sind weiterhin auf dem Vormarsch, um den aktuellen Anforderungen nach Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Es ist also in erster Linie die Vorstufe, welche der gesellschaftlichen Entwicklung nach ökologischem Bewusstsein Rechnung trägt. Die drei Messetage werden ein realistisches Barometer dafür sein, in welchem Maße und in welcher Geschwindigkeit die Textilbranche diese Themen vorantreibt.

Neben den Naturfasern finden aber auch futuristische Materialien mit und ohne Funktion wie z.B. Trilobale Polyester, mattes Nylon, Neopren, Wet-Coatings und Wachsbeschichtungen viel Begeisterung, da es den Aufbruch in eine neue Zeit signalisiert. Es gilt zu entdecken und Barrieren zu durchbrechen. Vor allem matte und glänzende Oberflächen werden gegeneinander ausgespielt. Die Stoffe werden geschichtet, drapiert und gesmokt. Cloqués liefern blasige Oberflächen. (cloqué: franz. für blasig, d.h. ein Stoff aus übereinander liegenden Geweben; das zwischen den Anbindungsstellen locker liegende Obergewebe wirft sich infolge der gespannten Kette reliefartig auf). Überfärbte Karos aber auch Ikatmuster stehen für einen fröhlichen Mustermix. Unkonventionell werden Savile-Row-Attitüden mit folkloristischen Elementen kombiniert.

Farblich ist die Zurückhaltung der vorangegangenen Saisons passé. 360 Grad Lebensfreude erwartet die Mode. Grün ist das neue Schwarz, daneben dominieren Blau- und Violanuancen. Aber auch kräftiges Rot, Gelb und Orange kommen im Frühjahr 2009 zum Einsatz. Es wird laut und bunt, vor allem der Streetwear- und Jeanssektor verspricht unglaublich viel Phantasie, Kreativität und hemmungslose Hingabe zu Farbe. Wer wissen will, welcher Look das deutsche Straßenbild im Frühjahr/Sommer 2009 bestimmt, sollte einen Besuch auf der munich fabric start-pre collections zum Pflichttermin machen.

NEUES TRENDFORUM

Einen deutlichen Zugewinn in Sachen Information liefert die munich fabric start mit dem neuen Trendforum, das im Atrium 2 im 1.OG des M,O,C,s installiert wird. Hier zeigen zehn der bedeutendsten Trendinstitute und Designstudios wie z.B. WGSN, Peclers Paris, Promostyle, Offermann, Anteprima und Mysticstyle, auf 250qm Fläche samt riesiger Kinoleinwand, wohin sich die Branche im Frühjar/Sommer 2009 bewegt. Trendpower prägt auch die blue zone, die wie gewohnt in der Zenithhalle stattfindet. Hier, wo sich Street- und Jeanswear bei 70 der bedeutendsten Denimweber und -wäschereien und Zutatenlieferanten trifft, um die Jeanssaison F/S 2009 einzuläuten.

“Tecktronik”, der neue Tanz aus den Straßen von Paris, der langsam den Rest Europas erobert, steht Pate für einen dreitägigen, heißen Trendbeat. Bizarr und vibrierend kündigt sich ein neuer Streetstyle mit fluoreszierenden Farbspots wie saurem Orange, Grün und Pink, leuchtendem Blau, künstlichem Weiß und schimmerndem Schwarz an. Die Jeansstoffe haben eine möglichst künstliche Optik und Haptik. Dazu gehören schimmernde Beschichtungen in Schwarz, pigmentierte Oberflächen, Raw- und stone-washed-Denims sowie Denims mit Multicount-Garnen. Drucke sind Dekor und Botschaft zugleich: Pixeldrucke und grafische Logos treffen auf Computerhelden. Es wird überdruckt, gesprayed und mit schrillem Foliendruck im Stil der Post-Graffiti-Ära provoziert.

Die munich fabric start - pre collections findet vom 6.-8. Februar jeweils von 9:00-18:00 Uhr im Müncher Order Center M,O,C, Lilienthalallee 40, 80939 München, der benachbarten Zenithhalle und dem Kesselhaus statt. 731 Aussteller zeigen die neuesten Trends in Sachen Stoffe, Materialien, Zutaten und Farben.

About munich fabric start/fair for kids:

Mit dem Hilfsprojekt “fair for kids” gehen die munich fabric start - pre collections und die Kinderhilfsorganisation terre des hommes selber einen ersten Schritt Richtung sozialer Verantwortung der Textilbranche. Erstmals initiiert terre des hommes mit einer Messegesellschaft ein derart ambitioniertes Hilfsprojekt. “fair for kids” soll Kindern und Jugendlichen in Indien neben ihrer Arbeit eine Schulbildung ermöglichen, damit sie eine echte Zukunftschance erhalten. “Wir wollen unsere soziale Verantwortung zeigen und den Kindern dauerhaft helfen, um ihnen und ihren Familien zu einer besseren Zukunft zu verhelfen”, erklärt Messechef Wolfgang Klinder das Engagement der Messe. Die Messe hat das Projekt bewusst als Gemeinschaftsaktion von Veranstalter und Ausstellern angelegt. Wenn gewünscht, dann geht automatisch ein Euro pro Quadratmeter gebuchter Fläche von den Ausstellern auf das Spendenkonto von terre des hommes. 70% der Austeller haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Die munich fabric start Veranstaltungen GmbH stellt später den noch fehlenden Betrag zum Bau eines Schulzentrums zur Verfügung. Mit “fair for kids” gehört die munich fabric start Veranstaltungen GmbH zu den noch wenigen mittelständischen Unternehmen, die sich gezielt gesellschaftlich engagieren und diese Verantwortung in ihrer Unternehmenspolitik strategisch und nachhaltig verankert haben.

Stark besetzte Aktionsbühne auf der CREATIVA 2008

25. Februar 2008

Anregungen für ungewöhnliche Mode/ Schmuck aus Fahrradketten und Baumrinde/ Europas größtes Strickjournal mit eigener Modenschau

Das Möbel 'Psycho' mit Blutspuren - ein ungewöhnliches Exponat aus der Sonderschau 'FrauenPower'
Das Möbel ‘Psycho’ mit Blutspuren - ein ungewöhnliches Exponat aus der Sonderschau ‘FrauenPower’

(lifepr) Dortmund, 22.02.2008 - Die CREATIVA verwandelt die Messe Westfalenhallen Dortmund vom 12. bis 16. März wieder in ein riesiges Gestaltungsatelier. In sämtlichen Messehallen gibt es Workshops zum Mitmachen und Vorführungen. Traditionell ist ein Schwerpunkt dabei die Westfalenhalle 4, in der die Präsentationen auf der Aktionsbühne Trend-Themen wie
“Schmuck”, “Strickmode für den Frühling” und mit dem “Schwinglieren” eine neue Bewegungskunst aufgreifen. Da die CREATIVA zum Großteil von Frauen besucht wird, gibt es in Halle 4 außerdem, thematisch dazu passend, die Sonderschau “FrauenPower”.

Die diplomierte Designerin Sky Lange-Ford hat sich im deutschsprachigen Raum bereits einen Namen unter Freunden ungewöhnlichen Schmucks gemacht. Mit viel Liebe zum Detail, hochwertigen Anfertigungen und unverwechselbaren Accessoires – wie z. B. großen Colliers – regt sie neue Trends an. Jede Perle ist einzeln von Hand gedreht. Viele der verwendeten Blüten sind von Hand koloriert. So erhält jedes Stück seinen eigenen Charakter.Auch außergewöhnliche Materialkombinationen, zum Beispiel unter Verwendung von Fahrradketten, Baumrinde oder Hanf, machen den Aufsehen erregenden Stil dieser Arbeiten aus.

Mode und Accessoires auf dem Laufsteg
Seit fünf Jahren ist Jeannette Knake Gast auf der CREATIVA. Sie zeigt, wie aus Stoff-, Filz- oder Wollresten attraktive neue Kleidung und Accessoires entstehen können. Etwas ganz Neues präsentiert die Textilkünstlerin mit der Technik Crazy-Style, die gemalte Motive – z. B.Perlen auf Stoffen – wie eine Stickarbeit wirken lässt.

Besonders attraktiv für alle, die auf frühlingsgemäße Anregungen für die eigene Kleidung warten: “Sabrina”, Europas größtes Strickjournal, präsentiert auf der CREATIVA 2008 Highlights aus der aktuellsten Ausgabe im Rahmen einer eigenen Modenschau.

Die KlugeStrickArt ist bekannt als eine spezielle Handstrick- Methode für großformatige Bilder und Objekte. Auf der CREATIVA-Aktionsbühne erleben die Besucher die modische Umsetzung dieser Handarbeitstechnik. Ebenso sinnlich und charmant sind die Accessoires der Klöppellehrerin und Designerin Martina Wolter-Kampmann, die ebenfalls auf der Ausstellung präsentiert werden.

Und auch das gibt es auf der CREATIVA 2008: Das
“Schwinglieren” ist eine Bewegungskunst, die Schwingen und Jonglieren miteinander verbindet. Der Autor Klaus Scheuermann präsentiert sein neuestes Buch und zeigt, wie man diese Kunst allein oder mit Partner praktizieren kann. Dabei werden Konzentration, Rhythmusgefühl und Koordination gefördert. Gleichzeitig werden die linke und rechte Gehirnhälfte beansprucht. Besonders geeignet ist das “Schwinglieren” für den Sportunterricht, für die Jugendarbeit oder für Zirkusschulen.

Künstler und Bastel-Experten in Aktion
Aber auch traditionelle Kreativtechniken, wie das Malen, kommen auf der CREATIVA zu ihrem Recht. Ausdrucksvoll setzt die Malerin Helene Ravn ihre Ideen auf einer großformatigen Leinwand um. Musikalische Improvisationen begleiten sie und entfalten ein Wechselspiel zwischen Musik und Malerei. Die Künstlergruppe Farbraum gestaltet am Messe-Freitag den Ausklang auf der Aktionsbühne.

Mit Stempeln und speziellen Farben lassen sich durch die Technik des Batikens erstaunliche Effekte erzielen.

Experten demonstrieren auf der CREATIVA, wie genau das funktioniert.

Martina Lammel bastelt live aus ihrer neuen Zeitschrift
“Martina”. Wer sie aus der Sendung “ARD-Buffet” kennt, weiß, dass ihre schnell umsetzbaren Ideen außergewöhnliche Effekte erzielen. Ihr Motto: Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Nicht nur auf der Bühne, auch im Publikum sind die meisten Menschen auf der CREATIVA traditionell weiblich.Grund genug, den Frauen auch eine eigene Sonderschau zu widmen. Unter dem Titel “FrauenPower – Visionen in Kunst & Design” werden sich auf der diesjährigen CREATIVA Künstlerinnen aus ganz unterschiedlichen Bereichen präsentieren. Sie widmen sich Mode genauso wie Interieur und Objektkunst. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem “frauenmuseum bonn”entstanden.

Kurz und gut: Die CREATIVA wird ihrer führenden Position in Deutschland auch 2008 gerecht. Die Ausstellung richtet sich an alle, die sich in Freizeit und Beruf mit handwerklichkreativen und gestalterischen Tätigkeiten beschäftigen.Neben den reinen Privatbesuchern sind das insbesondere Kinderpfleger/innen, Erzieher/innen, Lehrkräfte, Ausbilder, Sozialpädagogen und Therapeuten. Sie erhalten hier einen Überblick über ein vielfältiges Kreativangebot, können sich beraten lassen, neue Produkte ausprobieren und innovative Kreativtechniken kennen lernen.

Neben den kreativen Anregungen, die die Besucher auf den zahlreichen Aktionsflächen sammeln können, präsentieren über 400 Aussteller in den Hallen 4 bis 8 ein riesiges Spektrum an Kreativmaterialien, -produkten und auch -werkzeugen.

Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr.
Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder
(6-13 Jahre): 4,50 Euro Weiterführende Informationen zur CREATIVA unter www.creativa.info.

Hilfe durch Hanf - Cannabis in der Medizin

25. Februar 2008

Cannabis sativa L., kurz Cannabis, ist der lateinische Name der Hanfpflanze. Sie enthält über 60 spezifische Wirkstoffe, so genannte Cannabinoide. Dass einige davon berauschende Wirkung haben, ist bekannt - Haschisch und Marihuana werden z. B. aus der Hanfpflanze gewonnen. Cannabis kann aber auch bei bestimmten Krankheitssymptomen helfen - manchmal besser als offizielle Medikamente. Obwohl die Beschaffung nicht legal ist, hat sich Cannabis unter anderem bei Krebs, Multipler Sklerose und bestimmten Schmerzformen bewährt.

Cannnabis-Blatt - Quelle: dpa

Doris Hellpoldt stellt eine Medikamenten-Studie vor, die die medizinische Wirkung eines Cannabiswirkstoffs bei Patienten mit Multipler Sklerose prüfen soll:

Delta-9-Tetra-Hydro-Cannabinol heißt der bekannteste medizinisch verwertbare Cannabis-Wirkstoff - abgekürzt THC. THC wird heute von Pharmaunternehmen aus der Hanfpflanze extrahiert und unter dem Namen Dronabinol als Heilmittel angeboten. Die Neurologin Prof. Dr. Judith Haas erklärt, warum der Cannabis-Wirkstoff so interessant für therapeutische Zwecke ist. “Cannabis ist eine Substanz, die einen ganzen, großen Bereich an Symptomen der Multiplen Sklerose beeinflussen kann. Es ist einmal der Schmerz, dann aber auch die Spastik, das Zittern bei den MS-Kranken, Sehstörungen, abnorme Ermüdbarkeit, Störungen des Appetits. Und Cannabis hat ein günstiges Nebenwirkungsprofil, was natürlich bei einem Patienten der häufig sehr viele Medikamente braucht, ganz wichtig ist.”

Michael Schulz gehört zu den Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Seit vier Wochen nimmt der 47-Jährige an einer klinischen Studie teil, die klären soll, ob Dronabinol Betroffene von Schmerzen befreien kann. In den letzten zwölf Jahren sind die Beschwerden von Michael Schulz immer schlimmer geworden. In den Cannabis-Wirkstoff setzt er deshalb große Hoffnungen: “Für mich ist das belastendste Symptom: die Schmerzen im Fuß. Gegen alles andere, wie schlecht Gehen, Müdigkeit, Inkontinenz, kann man was machen, aber gegen die Schmerzen haben noch keine Tabletten geholfen.”

Weil bisher nichts geholfen hat bei Michael Schulz, schlug sein behandelnder Neurologe ihm vor, an der Studie teilzunehmen. Momentan ist Dronabinol bei Multipler Sklerose nicht als Medikament zugelassen. Dr. Klaus Tiel-Wilck vom Neurologischen Facharzt-Zentrum Berlin ist aber überzeugt davon, dass der Wirkstoff vielen seiner Patienten einen großen Gewinn an Lebensqualität bringen kann. “Bei der Erkrankung werden Nervenfasern geschädigt, die Schmerzen vermitteln. Und die Cannabinoide sind in der Lage, die Erregbarkeit dieser geschädigten Schmerzfasern zu reduzieren und damit die Schmerzempfindung ebenfalls zu reduzieren.”

Der Wirkstoff aus der Cannabispflanze kann aber mehr, als Schmerzen zu lindern. Bei vielen Symptomen der Multiplen Sklerose stoßen die herkömmlichen Therapien an ihre Grenzen: Der entzündliche Krankheitsprozess kann zwar gebremst werden. Aber im späteren Verlauf der Krankheit treten oft so schwere Symptome auf, dass die Patienten in ihren Bewegungsmöglichkeiten extrem eingeschränkt und zum Teil völlig hilflos sind. Sogar in solchen fortgeschrittenen Stadien können mit Dronabinol noch gute Erfolge erzielt werden, sagt Neurologin Judith Haas: “Bei unwillkürlichen Bewegungen, wie Zittern, überschießende Bewegungen, ungebremsten Bewegungen, Bewegungen, die man nicht steuern kann, liegt eine zu starke Erregbarkeit des Nervensystems vor. Das heißt, elektrische Impulse werden ungebremst weitergeleitet. Das Dronabinol wirkt aber auf die Überträgerstellen im Nervensystem bremsend, d.h., die Bewegungen können wieder willkürlich gesteuert ausgeführt werden.”

Obwohl die Medikamentenstudie so angelegt ist, dass die Patienten nicht wissen können, ob sie den Wirkstoff oder ein Plazebo einnehmen, ist Michael Schulz inzwischen ganz sicher, dass er wirklich Dronabinol bekommt. Dreimal täglich nimmt er je sechs Tropfen und der Effekt hat seine Erwartungen übertroffen. “Seit ich das Dronabinol nehme, sind die andauernden Schmerzen verschwunden und Schmerzattacken, die immer noch dazu kamen, sind wesentlich seltener geworden und nicht mehr so stark.”

Trotz der Fortschritte wird Michael Schulz weiter seine vielen anderen Medikamente brauchen, genau wie regelmäßige Krankengymnastik. Denn heilen lässt sich Multiple Sklerose auch mit Dronabinol nicht.

Wo die Grenzen des Wirkstoffs aus der Cannabispflanze liegen und welche weiteren therapeutischen Einsatzmöglichkeiten es für Patienten gibt, darüber informiert das Gesundheitsmagazin Quivive, um 20.15 Uhr im rbb Fernsehen.

BioFach 2008: Halle 8 ist Bioland-Halle

25. Februar 2008

Logo des Bioland Verbandes

19.02.2008

80 Bioland-Aussteller zeigen auf der BioFach 2008 die Angebotsvielfalt von Bioland-Produkten aus allen Bundesländern und Südtirol und laden zum Probieren und Fachsimpeln ein. Mit fast 5.000 m2 hat Bioland seine
Ausstellungsfläche im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und belegt damit erstmals mit “Halle 8″ eine eigene Messehalle.

Berater demonstrieren in der Biolandhalle im Backforum am Stand 302, was Biobäcker nach den Regeln der traditionellen Handwerkskunst aus Erzeugnissen vom Bioland-Hof herstellen können. Gastronomen, Küchenleiter und Hoteliers erhalten erstmalig auf einer Plattform für Außer-Haus-Verpflegung, Stand 8-111, Informationen zu Umstellungshilfen, Belieferungsmöglichkeiten und zum Bioland-Gastrokonzept.

Ergänzt wird das Programm durch sechs Fachvorträge und viele neue Produktvorstellungen. Der Radiomoderator Matthias Matuschik vom Bayerischen Rundfunk wird in Halle 8 für Spaß und Abwechslung sorgen und prominente Besucher, interessante Aussteller und deren Neuprodukte präsentieren. Wer sich zwischendurch entspannen möchte, findet im Bioland-Restaurant eine Insel im Messetrubel: Dieses bietet morgens eine Frühstückskarte, mittags verschiedene Menüs und nachmittags Kaffee und Kuchen an.

Es werden in Halle 8 viele innovative Neuprodukte zu sehen sein: So stellt der Bioland-Geflügel-Erzeuger RoBert’s seine Geflügelsalami “La Tosca” mit zartem Edelschimmel sowie eine fettarme Putenleberwurst vor. Beim Eiscafé Cadillac können die Messebesucher ein kristallzuckerfreies Latte Macchiato-Eis oder ein Nougateis aus Ziegenmilch testen. Auch bei Hanf-Natur kommen die Naschkatzen auf ihre Kosten, beispielsweise mit der “Canalade dark Hanf-Schokolade” und der “Canalade Hanf-Vollmilchschokolade”. Bioturm präsentiert in seiner Babykostlinie “pro biJo” neue Gläschen mit Vollmondapfel, Pastinake mit Kartoffel, Kalbfleisch-Zubereitung sowie vier neue Breie. Ein Bioland-Öl als Beikost für die Säuglings- und Kinderernährung finden Eltern bei byodo. Die Hexerküche erweiterte ihr Bioland-Sortiment durch Kombucha-Sojamolke, Komucha-Tofu und neue Tofaufstriche. Das Weingut Kuntz präsentiert mit “Leichtsinn” einen weißen 2006er Cuvee, mit “Elias” einen 2008er Cuvee und weitere Sommerweine in Bioland-Qualität. Bioland-Weine werden auch in der Weinhalle am Bioland-Gemeinschaftsstand in der Halle 4A-302 vorgestellt. Selbst Tierfreunde werden bedient: Für Hunde- und Katzenhalter finden sich bei Terra Pura verschiedene Futter und Leckerlis in Bioland-Qualität. Terra Pura gehört damit zu den ersten Produzenten, die Tierfutter für Heimtiere in Bioland-Qualität herstellen.

Quelle: Bioland Pressemitteilung

Polizei: Hanf-Plantagen in Wohnungen gefährlich

25. Februar 2008

Köln - Nach der bundesweiten Razzia gegen Betreiber von Cannabis-Plantagen, hat die Kölner Polizei Bürger aufgerufen, Verdachtsfälle von Plantagen zu melden. Durch laienhafte Installationen könnten Gefahren für andere Hausbewohner ausgehen. Für die Herstellung von Drogen Zuhause brauche man nicht viel: Pflanztöpfe, Bewässerung, Lampen und eine Vorrichtung gegen die Ausbreitung des verräterischen Geruchs.

Für die Aufzucht müsse ein feucht-warmes Klima bei ausreichender Beleuchtung geschaffen werden. Abenteuerliche Elektroinstallationen und überhitzte Lampen seien immer wieder Ursache für Wohnungsbrände. Durch undichte Bewässerungsanlagen entstünden größere Wasserschäden. Daneben gebe es Gesundheitsgefahren durch Schimmelbefall und durch den Einsatz von Pestiziden, Fungiziden sowie durch Gas, das aus schadhaften Hochleistungslampen austrete.

Anzeichen für eine Marihuanaplantage seien dauerhaft verdunkelte Fenster, verlassen wirkende Wohnungen, auffallende Gerüche, unerklärliche Feuchtigkeit im Mauerwerk und nicht erklärbarer Schimmel. Verdächtige Wohnungen sollten immer der Polizei gemeldet werden, da Anpflanzungen auch mit Stromfallen und Selbstschussanlagen gesichert würden. (dpa)

Hanfverkauf nicht erwiesen

25. Februar 2008
Ein 26-Jähriger ist vom Strafgericht wegen Hanfanbaus zu einer bedingten Geldbusse von 24000 Franken verurteilt worden.

Der junge Mann aus dem Sensebezirk hatte bereits 2003 mit der Polizei zu tun: Er hatte etwa 70 Hanfsetzlinge gepflanzt und die Ernte – in Schachteln verpackt – in seiner Wohnung versteckt. Die Sache flog auf, und der Hanf wurde vernichtet. Ein Jahr verhielt er sich ruhig, dann versuchte er es erneut. Auf Grund eines Verdachts klopfte die Polizei im November 2006 wieder bei ihm an und beschlagnahmte bei der Hausdurchsuchung rund 50 Kilo getrocknete Hanfblüten – allem Anschein nach die Ernten von 2005 und 2006.

Woher kommt das Geld?

Er sei sich schon bewusst gewesen, dass seine Ware einen gewissen Wert gehabt habe (etwa 1000 Franken pro Kilo) und als Betäubungsmittel geeignet gewesen sei, erklärte der Angeklagte vor dem Strafgericht des Sensebezirks. Er gab zwar zu, dass er mit dem Hanfanbau Geld verdienen wollte. «Ich habe aber nie Hanf verkauft», betonte er, weil er keinen Käufer gefunden habe. Bereits der Untersuchungsrichter hatte aber die Vermutung geäussert, dass die auffallende Häufung von Vermögenswerten auf den Konten des Mannes kaum allein durch ehrliche Arbeit hätte erzielt werden können. Auch Gerichtspräsident Peter Rentsch versuchte, der Spur des Geldes zu folgen.

Ein sparsamer Mensch

Der Mann gab zu, ab und zu Schwarzarbeit geleistet zu haben. Er betonte aber, dass er sparsam sei. «Ich war immer darauf aus, Geld zu verdienen», meinte er und bezeichnete sich als geldgierig. «Ich gehe jeden Tag arbeiten und habe eine gute Stelle.» «Um so viel sparen zu können, müsste man ja monatlich 2000 Franken beiseitelegen. Das können nicht alle Leute», stellte Peter Rentsch fest. «Dann machen sie etwas falsch», antwortete der Angeklagte.

Warum er nach der Beschlagnahmung 2003 weitergemacht habe, wollte Peter Rentsch wissen. «Es ist mir ja nicht viel passiert. Also dachte ich, ich probiere es noch einmal.» Den Ernst der Lage habe er erst kapiert, als er in Handschellen abgeführt worden sei und in Untersuchungshaft gesessen habe.

In dubio pro reo

«Hat er mit dem Hanf einen Umsatz erzielt oder nicht? Das ist die Kernfrage», hielt Verteidiger Markus Meuwly fest. Er wies darauf hin, dass keine Hinweise auf Abnehmer gefunden werden konnten. Deshalb plädierte er dafür, dass man nach dem Prinzip «Im Zweifel für den Angeklagten» davon ausgehen solle, dass es beim Anbau blieb. Sein Antrag lautete auf eine Geldstrafe von 60 bis 90 Tagessätzen und dank günstiger Prognose auf eine bedingte Strafe.

Das Gericht verurteilte den Mann zu 240 Tagessätzen à 100 Franken, bedingt, mit einer Probezeit von drei Jahren. Rentsch machte in der Urteilsbegründung keinen Hehl daraus, dass das Gericht seine Zweifel über die Herkunft des Geldes hatte. «Die Zweifel konnten aber nicht überbrückt werden