Neues Dach in Planung?

25. Februar 2008

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Das Bauland ist gefunden, die Finanzierung steht, der Entwurf des Hauses begeistert -  und wie soll das Dach gedeckt werden?

Ein Haus sollte, so heißt es, auf solidem Grund gebaut werden. Das ist richtig. Doch große Bedeutung kommt beim Hausbau auch dem Dach zu. Denn es ist nicht nur die bauliche Krönung des ganzen, es muss das gesamte Bauwerk auch von oben her schützen. Ob konventionell massiv gemauertes Haus oder Fertighaus. Das Dach kann in unterschiedlicher Konstruktionsweise ausgeführt werden. Im Unterschied zur Wandproduktion, die im Fertigbau mit enorm hohem Vorfertigungsgrad in den letzten Jahren immer weiter perfektioniert worden ist, werden auch die meisten Fertighausdächer noch immer zimmermannsmäßig errichtet. Das heißt, man errichtet den Dachstuhl Balken für Balken und Sparren für Sparren vor Ort. Jedoch gehen beim Fertigbau immer mehr Firmen dazu über, die Dachflächen in Sandwich-Bauweise aus im Werk vorgefertigten Großelementen zu errichten.

Es werden zwei unterschiedliche Dämmsysteme bei Dächern angeboten

Das Kalt- oder Warmdach. Beim Kaltdach handelt es sich um den althergebrachte Dachaufbau mit Be- und Entlüftung eines zwei- oder mehrschaligen Aufbaus. Die Hinterlüftung der Dachaußenhaut findet in der Dachlatten- bzw. Konterlattungsebene statt. Auch zwischen raumseitiger Unterspannbahn und Wärmedämmschicht wird üblicherweise Luft gelassen, nur bei extrem diffusionsoffener Unterspannbahn kann darauf verzichtet werden. Generell nicht durchlüftet ist das einschichtige Warmdach. Diese Dachvariante wird oft in Form einer so genannten Aufdachdämmung ausgeführt, wodurch der Gesamtaufbau des Daches aus Sparrenebene und darüber liegender Dämmebene wesentlich dicker wird. Auf der anderen Seite handelt es sich um eine ausgesprochen sichere, wärmebrückenfreie Lösung, und man hat ein Sichtgebälk. Die Wärmedämmung wird also zwischen oder über den Sparren angeordnet, in seltenen Fällen auch darunter. Bei Niedrigenergie- und Passivhäusern kann die geforderte Dämmstoffdicke auch Kombinationen aus Dämmung unter und zwischen beziehungsweise über und zwischen den Sparren erfordern. Als Dämmmaterialien kommen wie in den Fertighauswänden Mineralfasern, also Glas- oder Steinwolle sowie Hanf in Plattenform oder von der Rolle in Betracht. Daneben gibt es Platten aus Kunststoffen wie Polystyrol oder auch aus Holzweichfasern.

Der richtige Ziegel fürs Dach

Mit der wichtigste Teil des Daches ist die Dacheindeckung. Die Eindeckmöglichkeiten gehen von Beton-Dachsteinen über Tonziegel bis hin zu Metalldachpfannen. Mit Hightech-Dachsteinen bleibt das Dach länger sauber. Ein sicheres und ansprechendes Dach ist immer ein Grund zur Freude. Doch gerade das Dach ist dem Einfluss des Wetters stärker ausgesetzt als jeder andere Teil des Hauses. Bei der Auswahl des Bedachungsmaterials sollten Bauherren daher auf langjährige Herstellergarantien achten. Vorteile bieten auch Dachsteine, die mit Schmutz abweisender Wirkung ausgerüstet sind. Diese ausgeklügelte Technik des Herstellers ist inzwischen zum Standard bei vielen Dachsteinen geworden. Daher finden Bauherren, die vor einer Neueindeckung oder Sanierung stehen, für jedes Haus ein passendes Modell. Die Dachsteine sind in den Oberflächen „Matt” und „Seidenmatt” sowie in zahlreichen Farb- und Formvarianten erhältlich.

Bauherren sollten sich bereits bei der Entscheidung für ein bestimmtes Ziegelmodell unbedingt kompetenten Rat beim Fachmann einholen und auch später bei der Eindeckung mit dem ausgesuchten Ziegel nur Fachleute aufs Dach lassen. Nur so kann langfristig ein sicheres Dach überm Kopf gewährleistet werden.

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Feng Shui und Natur am Bau

25. Februar 2008

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Mondholz aus Österreich, Schiefer aus Deutschland, Bauregeln aus Fernost und Präzisionsarbeit aus der Schweiz: Mit einem achteckigen Feng Shui Haus hat sich die Architektin Monika Mutti-Schaltegger einen Lebenstraum erfüllt – und eines der interessantesten ökologischen Wohngebäude Europas entworfen.

Am Anfang stand ein Traum, am Ende ein einzigartiges Haus mit vier Etagen: „Ich wollte etwas bauen, das meinem Lebensstil entspricht“, lächelt die Hausfrau, Mutter und Unternehmerin. So fließend wie ihr Leben, so sollte ihr Eigenheim sein, wo sie Familie, Freizeit und Beruf unter eine Haube bringt –„der Tag hat 24 Stunden, in denen ich das ganze Lebensspektrum genießen kann.“ 18 Monate ließ sie sich Zeit für die Planung, denn hinter der schicken Fassade aus rechteckigem Schiefer steckt nicht nur eine nach Feng Shui Regeln ausgerichtete Hausausrichtung wie Einrichtung, sondern auch ausgeklügelte Öko-Technik. Für die Zusatz-Beheizung von 380 Quadratmetern Wohn- und Arbeitsfläche genügt selbst an eisig-kalten Tagen „die Energie von zwei Haarföhnen“, betont Monika Mutti. Den Holzofen im Wohnbereich gibt´s „nur fürs Gemüt“.

Chinesische Tradition trifft europäische Technik: Als Heizung nutzt die engagierte Architektin die menschliche Wärme der Bewohner sowie die Abluft aus Waschmaschine und Kühlschrank, aus Lampen und Computern ihres Büros. Der Brennofen einer Keramikwerkstatt im Untergeschoss liefert als Abfallprodukt das warme Wasser. Auch das größte Geheimnis ihres Mini-Energie-Hauses lüftet sie gerne: Es heißt Wärmespeicherung und liegt in der Dämmung aus Hanf und massiven Holzwänden in Verbindung mit einem ausgeklügelten Lüftungssystem, das sich hinter der seidig-schimmernden Naturstein-Fassade versteckt. Bei der Suche nach natürlichen wie langlebigen Baumaterialien stieß die Schweizerin auf Schiefer – und auf ein neuartiges Außenwandsystem, das vom Marktführer Rathscheck Schiefer in Mayen/Eifel entwickelt wurde. Die rechteckigen Schiefersteine werden mit glänzenden Edelstahlblechen gehalten – und trotzen Jahrzehnte Wind und Wetter. Monika Mutti-Schaltegger: „In diesem Jahrhundert muss die Außenhaut nicht mehr saniert werden.“

Hinter der „Unterlegten Rechteckdeckung“, so der Fachbegriff, verbirgt sich der eigentliche Kern des Schweizer Energiewunders: Auf 17 Zentimeter dicke Massivholzwände wurde eine 18 Zentimeter dicke Hanfdämmung aufgebracht – komplett ökologisch. Denn zum Verkleben des Mondholzes, das im Zyklus des Planeten im Salzburger Land geschlagen wird und eine besondere Festigkeit aufweist, ersetzen normaler Quark und bester Honig den obligatorischen Leim als Verbinder; statt Schrauben wurden Holzdübel verwendet. Die Kombination macht es möglich, im warmen Sommer so reichlich Wärmeenergie in der Wandkonstruktion zu tanken, damit es im Winter drinnen nicht kalt wird: „Wir haben durchgängig 17 bis 20 Grad in den Räumen, je nach Nutzung des Raums“, bestätigt die Architektin nach neun Monaten Selbstversuch. Da die Außenwände zusätzlich innen hinterlüftet sind, strahlen sie nicht kalt ab und lassen die Raumtemperatur wärmer erleben.

Dass Schiefer in seiner Entstehungsgeschichte auch noch den Feng Shui Grundideen nahe kommt, war für Monika Mutti eine angenehme Begleiterscheinung bei der Wahl ihrer wesentlichen Baumaterialien: „Was liegt näher als ein Produkt aus der Natur zu nehmen?“ Entstanden sind die auf fünf Millimeter gespaltenen starken Schiefersteine für das einzigartige wie vorbildliche Feng Shui Haus vor rund 400 Millionen Jahren, als Naturgewalten verfestigten Tonschlamm aus den Tiefen der Meere mit ungeheurem Druck nach oben pressten. Heute gilt das Urgestein als eines der langlebigsten Baumaterialien für Dach und Fassade, der deutsche Schieferlieferant Rathscheck im Zuge der Rückbesinnung auf natürliche Baumaterialien als einer der Weltmarktführer und Trendsetter: „Die Kosten für die aufwändigere Konstruktion“, hatte die engagierte Architektin vorher hochgerechnet, „werden im Laufe der Jahre schnell hereingeholt.“ Nach dem ersten Winter zieht sie bereits eine positive Heizkostenbilanz: Das Gebäude benötigte für knapp 300 Euro Strom, um Zusatzheizung in Betrieb zu halten. Das Lüftungssystem funktioniert dynamisch, ohne Strombedarf und nur mit Erzeugung eines Unterdruckes mit Hilfe des Windes.

Gesund bauen, mit der Natur leben – und dabei erfolgreich glücklich und gesund sein: Das Grundprinzip des Feng Shui setzt die Schweizerin aus dem kleinen Dorf Mosnang in Toggenburg seit mehr als sieben Jahren erfolgreich um. Anfangs kritisch betrachtet von vielen Berufskollegen - heute als kompetente Gesprächspartnerin gefragt, verbindet die „Querdenkerin“ (Mutti über Mutti) ökologische Bauweise mit technischem Fortschritt - und einem Schuss Esoterik: „Wichtig ist, dass möglichst gute Energie ins Haus fließt.“

In ihrem eigenen Wohlfühl-Bau führen verschiedene Wege zum Ziel – äußerlich sachlich-technisch modern, empfängt den Besucher hinter dem obligatorischen Windfang innen eine Mischung aus Form und Farbe, aus massiven Holzböden und venezianischem Stuck. Außen schimmert das Feng Shui Haus zu allen Tages- und Witterungszeiten immer wieder anders, da die Glimmerlagen des Schiefers je nach Lichteinstrahlung und Feuchtigkeit die Farbe verändern. Für die Bauherrin war der neue Rechteck-Schiefer „Liebe auf den ersten Blick“, nachdem sie in Basel die Außenhaut des neuen Schauspielhauses begutachtet hatte. „Faszinierend“, lacht sie, „bin ich vom Anblick in klaren Mondnächten: Da schimmert mein Haus wie ein Sternenhimmel.“

Form, Funktion und Farbgebung bilden im Feng Shui Haus eine Einheit – und sorgen für ein gutes Chi, womit die Chinesen Lebensenergie meinen. Ökologie und Ökonomie stehen im Kanton St. Gallen ebenfalls in perfektem Einklang: Der Baupreis von knapp 1440 Euro pro Quadratmeter entspricht dem vergleichbaren Preis eines Wohnhauses gehobener Qualität.

 

Infos und kostenlose Bauherrenbroschüre zum Thema Schiefer auf Dach und Fassade finden Sie unter www.dach.de

Hanfpflanzen waren zwei Meter hoch

25. Februar 2008

Euskirchen - Wegen unerlaubten Anbaus von Betäubungsmitteln wurde jetzt ein 22-jähriger Angeklagter vor dem Euskirchener Amtsgericht verurteilt. Das Gericht nahm ihm die Behauptung nicht ab, er habe keine Ahnung davon gehabt, was er da in seinem Garten anbaute.Am 3. September 2007 war die Polizei bei dem Angeklagten aufgekreuzt. Zuvor hatten die Beamten zwei Kumpels des 22-Jährigen in der Nachbarschaft besucht. Die beiden Brüder bauten Cannabis an, und zwar schon recht professionell, wie ein beteiligter Oberkommissar sagte. Kaum hatten die Beamten diese Plantagen konfisziert, ging bei ihnen ein anonymer telefonischer Hinweis auf eine weitere Anbaufläche in dem Euskirchener Außenort ein. Der Anrufer schwärzte den Angeklagten an.

Die Ausbeute war bei ihm indes weit geringer als bei den „Kollegen“. Die Beamten sichteten sechs Cannabis-Pflanzen, die aber immerhin zwei Meter in die Höhe ragten. Der Wirkstoffgehalt betrug lediglich 10,3 Gramm und war überdies qualitativ nicht sonderlich hochwertig.

Zu dumm, dass die 10,3 Gramm knapp über dem Richtwert von „geringen Mengen“ (7,5 Gramm) lagen. So brachten die sechs Hanfpflanzen den 22-Jährigen wegen „Anbaus von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ auf die Anklagebank. Der Gesetzgeber sieht in diesem Straftatbestand ein Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr. Der Angeklagte war sich indes keiner Schuld bewusst.

Das Tütchen mit den Samen habe er geschenkt bekommen. Dass in der Samenmischung auch Hanf enthalten war, habe er nicht gewusst. Nicht einmal die ausgewachsenen Pflanzen habe er als Cannabis erkannt. Spätestens, nachdem der Oberkommissar ausgesagt hatte, dass er den Angeklagten bei einem munteren Schwätzchen mit dem Vater jener Kumpels angetroffen habe, die in der Nachbarschaft „professionell“ Cannabis angebaut hatten, war diese Verteidigungsstrategie aber zum Scheitern verurteilt.

Selbst Verteidiger Michael Hermans plädierte nun nicht mehr auf Freispruch. Für ihn stand jetzt im Vordergrund, seinen Mandanten vor dem Gefängnis zu bewahren. Denn der 22-Jährige hat bereits neun Eintragungen in seinem Vorstrafenregister. Unter anderem hatte der Angeklagte einem der beiden Brüder aus der Nachbarschaft bei einem gemeinsamen Kneipenbesuch eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Dafür setzte es fünf Monate auf Bewährung. Als der Angeklagte, wie Verteidiger Hermans sagte, „wie ein Berserker eine Verkehrsinsel aus der Verankerung riss“, wurde er bei der Polizei als Drogenkonsument aktenkundig. Einem nicht „gedopten“ Täter hatten die Beamten einen derartigen Kraftakt wohl nicht zugetraut. In Wahrheit habe sein Mandant aber noch nie Kontakt zu Drogen gehabt, sagte Hermans. Die Vorstrafen seien nicht einschlägig und sein Mandant sei auf dem besten Weg, ein ordentliches, straffreies Leben zu führen.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Gisbert Unkelbach ließ Milde walten und wertete den Hanfanbau als „minderschweren Fall“. Unter Einbeziehung der beiden letzten Vorstrafen schnürte man ein „Gesamtpaket“ von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung.

Kalifornien: Marihuana per Knopfdruck

25. Februar 2008

Im US-Bundesstaat Kalifornien werden derzeit die ersten Marihuana-Automaten in Betrieb genommen. Nur registrierte Patienten können sich zu medizinischen Zwecken daran bedienen.

Die ersten beiden Hanf-Verkaufsautomaten sind nach Angaben des Herstellers in dieser Woche in Los Angeles aufgestellt worden. Er wolle den Patienten den Zugang zu ihrer Medizin erleichtern, sagte Vincent Mehdizadeh, Betreiber des Zentrums für pflanzliche Ernährung (Herbal Nutrition Center) der Zeitung “Los Angeles Daily News”. Bedienen können sich nur registrierte Patienten mit ärztlichem Rezept. Sie erhalten Zugang per Magnetkarte und nach dem Prüfen ihres Fingerabdrucks. Zur Sicherheit werden die Automaten bewacht, zudem wird die Transaktion von einer Kamera festgehalten.

Die kalifornischen Wähler hatten 1996 in einem Referendum dafür gestimmt, das Rauschmittel als Medikament einzusetzen. In insgesamt elf US-Staaten ist Marihuana zur Behandlung von Schmerzen und Appetitlosigkeit zugelassen. Nach den Bundesgesetzen ist Marihuana aber eine illegale Droge, deren Anbau und Vertrieb verboten ist.

Die Maschine bietet 5 verschiedene Sorten Marihuana in Mengen von drei, fünf und sieben Gramm an. Patienten können pro Woche höchstens 28 Gramm der Arznei beziehen. Mehdizadeh verspricht sich von der Automatisierung einen bequemeren und billigeren Vertrieb rund um die Uhr. Das Herbal Nutrition Center in Los Angeles ist eine von mehr als 200 Arznei- Ausgabestellen in dem Westküstenstaat für medizinisches Marihuana. (küs/dpa)

Cannabis und Alkohol an der Mittelschule

25. Februar 2008

Neun von 234 Schülerinnen und Schülern des Kollegis trinken nie Alkohol. 16 Prozent hatten schon mehrmals einen Vollrausch, und ein Drittel kifft mehr oder weniger regelmässig.

Cannabis und Alkohol an der Mittelschule Die beiden Maturandinnen Martina Häfeli (links) und Yvonne Arnold. (Foto: Daniel Regli)

Alkoholmissbrauch und Cannabiskonsum sind häufige Schlagwörter, wenn es darum geht, die Jugend zu kategorisieren. Den Schlagwörtern Fakten hinzufügen wollten die beiden Maturandinnen Martina Häfeli, Sisikon, und Yvonne Arnold, Attinghausen. Anhand ihrer Arbeit zeigen sie auf, wie es in Sachen Alkohol und Cannabis bei den Oberstufenschülerinnen und -schülern an der kantonalen Mittelschule Uri steht. «Wir wollten wissen, ob die Jugendlichen in Uri gleich viel Alkohol trinken und ob in Uri mehr gekifft wird als in der restlichen Schweiz», erklärt Martina Häfeli. Eines vorweg: «Nach einer ausführlichen Auseinandersetzung mit Cannabis sind wir heute nicht mehr vollumfänglich für dessen Legalisierung», betont Martina Häfeli.

Die Hälfte hat noch nie gekifft

Zwar werde an der Mittelschule Uri weniger Cannabis konsumiert als in der übrigen Schweiz. 52,1 Prozent gaben an, noch nie Hanf konsumiert zu haben. Während schweizweit 42,9 Prozent von sich sagen, sie hätten noch nie gekifft. Auch bei der Konsumhäufigkeit stehen die Urner Jugendlichen besser da: 2,6 Prozent kiffen mehrmals pro Woche – dreimal weniger als in der restlichen Schweiz. Trotzdem konsumieren in Uri rund ein Drittel der Befragten regelmässig Hanfprodukte. Für die beiden Maturandinnen zu viele: «Es besteht die Gefahr einer Banalisierung des Cannabiskonsums – das kann ernste Folgen haben», ist sich Martina Häfeli sicher.

Bier, Cocktails und gerne Wein

Auch beim Alkoholkonsum stehen Urnerinnen und Urner besser da: An der Mittelschule besaufen sich die Jugendlichen weniger oft und weniger heftig als im Rest der Schweiz. Zumindest ein Drittel der Befragten, so die beiden Maturandinnen, hatten noch nie einen Vollrausch. Schweizweit betrachtet, gaben nur gerade rund 1 Prozent der Jugendlichen an, noch nie einen Vollrausch «geschwungen» zu haben. «Böse Zungen behaupten, dass in Uri das Trinken weit verbreitet ist. Dem ist nicht so – zumindest bei den Mittelschülern», weiss Yvonne Arnold. Herausgefunden haben die beiden noch etwas anderes: Die Schülerschaft am Kollegi trinkt gerne Wein. 12 Prozent der von ihnen Befragten bevorzugen Wein. Schweizweit lieben nur gerade 3,6 Prozent den Rebensaft. Am beliebtesten aber ist Bier: Am Kollegi trinken 43,5 Prozent hauptsächlich den Gerstensaft – über die ganze Schweiz betrachtet, sind es rund 14 Prozent. Am Gymnasium in Altdorf folgen an 2. Stelle die Cocktail-Getränke, in der restlichen Schweiz sind es die Alcopops.

234 Befragte am Kollegi

Für den – wie die beiden betonen, nicht repräsentativen – Vergleich standen ihnen 234 Schülerinnen und Schüler, welche das Obergymnasium oder die Fachmittelschule besuchen, zur Verfügung. Die beiden Maturandinnen verteilten Fragebögen an die 4., 5. und 6. Klassen der kantonalen Mittelschule und an die drei Klassen der Fachmittelschule. Um einen Vergleich anzustellen, verglichen sie ihre Zahlen mit den Daten der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Vielleicht sähe dieser aber anders aus, wenn neben dem Kollegi auch noch die Berufsschule mit einbezogen worden wäre. «Leider hatten wir nicht die notwendigen Mittel, um unsere Untersuchung breiter anzulegen», bedauert Martina Häfeli.

“Die Zeiten stehen günstig für Haschisch”

25. Februar 2008

Die Cannabisbauern in der libanesischen Bekaa-Ebene profitieren vom politischen Chaos

 

Bekaa - Die schmale Straße schneidet tief in die spröde, winterstille Agrarlandschaft. Am Horizont stößt eine Gipfelkette gegen den Himmel; die Felder, kleine Flecken feuchter, rotbrauner Erde, erstrecken sich hinauf bis zur Hälfte der Hänge. Weil das libanesische Haschisch auf diesem rostfarbenen Boden wächst, nennt man es den Roten Libanesen. Die Anbauflächen liegen rund anderthalb Stunden nordöstlich von Beirut, nahe der Grenze zu Syrien. Auf Plakaten am Straßenrand erinnert Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah an seine Macht. Wenn die gelben Banner seiner Miliz immer häufiger auftauchen, ist es nicht mehr weit.

Taraya ist eines von rund einem Dutzend Dörfern in der nördlichen Bekaa-Ebene. Ali Hamiyeh, der Dorfvorsteher, deutet über die leer geernteten Äcker. “Normalerweise pflanzen die Bauern hier Obst, Gemüse und Weizen und am Rand vielleicht ein bisschen Cannabis”, sagt der sehnige Enddreißiger. “Doch in der vergangenen Saison haben sie wieder beträchtliche Mengen angebaut.”

Dabei liegt die Zeit, in der das Land als das wichtigste Drogenanbaugebiet des Nahen Ostens galt, lange zurück: Während des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 strömten aus dem Libanon jährlich bis zu 1000 Tonnen Haschisch und 50 Tonnen Opium auf die internationalen Märkte. Nach dem Kriegsende setzte die Regierung dann eine strikte Antidrogenpolitik durch. In jedem Jahr überprüfen Polizei und Armee seither die Felder: Dort, wo sie Cannabis finden, pflügen sie die Erde um oder brennen die Pflanzen ab. Aus Furcht, ganz ohne Erträge dazustehen, hatte sich die überwiegende Mehrheit der Bauern zehn Jahre lang auf legale Produkte beschränkt.

Nun sind offiziellen Schätzungen zufolge in der vergangenen Saison zwischen 7000 und 7500 Hektar Land mit Hanf bepflanzt worden - so viel wie seit dem Ende des Bürgerkriegs nicht mehr. Diese Wende spiegelt die wachsende Instabilität des Landes: Die sowieso knappen Kapazitäten der Armee sind seit Monaten bis an ihre Grenzen ausgeschöpft. Der Machtkampf zwischen der prowestlichen Regierung und der Opposition unter Führung der Hisbollah stürzt den Libanon zusehends tiefer in die Krise. Seit Ende November hat das Land nicht einmal mehr einen Präsidenten, weil die rivalisierenden Lager die Wahl eines Staatsoberhaupts blockieren. So ist die Armee derzeit damit beschäftigt, in den Straßen von Beirut darüber zu wachen, dass die Spannungen nicht zu offener Gewalt führen.

Zusätzlich hielten im vergangenen Jahr schwere Unruhen das Militär in Atem: Just als die Zeit der Aussaat begann, schlug im Norden des Landes eine al-Qaida-nahe Terrorgruppe los und verwickelte die Armee in dreimonatige Gefechte. “Die Bauern haben die Nachrichten verfolgt und daraus geschlossen, dass die Zeichen wieder einmal günstig für Haschisch stehen”, schildert Ali Hamiyeh, der Mukhtar von Taraya.

Die nördliche Bekaa-Ebene gehört im Libanon ohnehin zu den Regionen, die der Autorität der Regierung weitgehend entzogen sind. Stattdessen hält hier die Hisbollah die Macht. Die islamistische Organisation lehne Drogen strikt ab, sagt Hamiyeh, “Sie unterstützen es nicht, aber sie verhindern es auch nicht”, erklärt er knapp und weigert sich, weitere Fragen zu beantworten. Es ist unklar, ob die Hisbollah von dem Geschäft profitiert. Zweifelsohne würde sie ihren Rückhalt in der Bevölkerung aufs Spiel setzen, wenn sie den Bauern die profitabelste ihrer wenigen Einnahmequellen nähme.

Im Libanon nimmt die Drogenproduktion jedes Mal dann zu, wenn die staatliche Kontrolle zurückweicht, sagt Raghed Assi vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Beirut: “Daher ist davon auszugehen, dass diesen Sommer die ganze Bekaa-Ebene meterhoch voller Cannabis stehen wird.” Die wirtschaftliche Not ließe den Bauern kaum eine Wahl. In den 90er-Jahren konnte die Regierung den Anbau zwar um 95 Prozent reduzieren, versäumte es aber, andere tragfähige Einkunftsmöglichkeiten für die Region zu entwickeln.

Raghed Assi arbeitet nun gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium daran, die Rentabilität von Industriehanf in der Bekaa-Ebene zu prüfen. “Das Problem ist, dass die Menschen von den Erträgen gewöhnlicher Agrarerzeugnisse nicht überleben können”, sagt er. Äpfel zum Beispiel würfen auf 1000 Quadratmetern bestenfalls 100 Dollar ab, während Cannabis rund den zehnfachen Gewinn einbrächte. Mit den niedrigen Preisen ihrer Mitbewerber aus den wesentlich größeren Flächenstaaten Türkei und Syrien könnten die Bauern in der Nordbekaa schlicht nicht mithalten, erklärt der Agrarwissenschaftler: “Daher werden sie immer wieder zu den Rauschmitteln zurückkehren, wenn sie eine Gelegenheit dazu sehen.” Genau dazu kam es nun im vergangenen Jahr: Keinen einzigen Quadratmeter habe das Militär vernichtet. Dort, wo sich die Armee vereinzelt näherte, schossen Bauern gar auf Soldaten, in einem Fall sogar mit Granaten.

So sinkt die Bekaa-Ebene zusehends weiter in die Gesetzlosigkeit ab. Neben Drogen werden hier die Waffen gehandelt, die über Syrien eingeschmuggelt werden. Mehrfach wurden in der Gegend in den vergangenen Monaten Mitglieder islamistischer Terrornetzwerke festgenommen. Die Straßen durch diese entlegene Landschaft sind von Checkpoints unterbrochen. Yammouneh liegt in einem Talkessel, umgeben von schroffen, scharfkantigen Bergen. Der Mann, der sich Abu Hassan nennt, gehört mit 20 000 Quadratmetern zu den größeren Landbesitzern des Dorfes. 500 Kilogramm Haschisch ernte er jedes Jahr; pro Kilogramm bringe ihm das 500 bis 700 Dollar ein. “Ich habe es einmal mit Kartoffeln versucht. Das mache ich nie wieder, da habe ich 200 000 Dollar Verlust gemacht”, schimpft er. “Ich muss meine Familie ernähren, was soll ich also tun.” Der kleine, stämmige 45-Jährige trägt einen Parka, Camouflagehosen und um den Hals das traditionelle arabische Tuch mit den schwarz-weißen Muster, die Kufija. Sein Haus steht direkt neben der Dorfmoschee; an der Wand des Wohnzimmers hängen Porträts von Ayatollah Khomeini. “Gott hat die Erde hier so geschaffen, dass Cannabis gedeiht und sonst nichts”, erklärt er. “Die Pflanzen brauchen keinen Dünger, nur ein wenig Wasser, dann wachsen sie von alleine.” Er und seine Nachbarn hätten nicht das Gefühl, dass die Regierung irgendetwas tut, um zu helfen, sagt der Bauer und zuckt die Schultern: “Dafür behelligt sie uns aber auch nicht weiter und schreitet nicht ein, wenn wir das Gesetz brechen.

Neuer umweltfreundlicher Baustoff entwickelt. Ein Haus aus Hanf, Lehm und Holz

25. Februar 2008

Das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, doch mit seinem Projekt NEUZEITBAU liegt der Berliner Architekt Frank Braun voll im Trend. Mit den Zutaten Sonne, Wasser, Lehm und Hanf produziert der 51jährige Visionär einen wärmedämmenden, atmungsaktiven Baustoff, der es mit jedem industriell hergestellten Material aufnehmen kann. In Belzig, bei Berlin, entsteht derzeit das erste NEUZEITBAU Musterhaus. Ab März 2008 kann dieser Prototyp von interessierten Besuchern begutachtet werden.

Das bezüglich unseres immens steigenden Energieverbrauchs einiges im Argen liegt, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, doch gerade der Bausektor hat hier noch einige Defizite, im Hinblick auf ressourcenschonende Produktionsprozesse, wett zu machen.

Bei Neuzeitbau beginnt der Herstellungsprozess des Basismaterials mit dem Anbau eines nachwachsenden Rohstoffs, mit dem Anbau von Hanf, der pro Hektar in einer Wachstumsperiode über 13 Tonnen CO2 reduzieren kann. Es ist kein fabrikmäßiger Aufschluss des Materials nötig, da die ganze Pflanze, das innere Mark (Schäbe) als auch die Fasern verwertet werden. Das gehäckselte Hanfstroh wird mit Lehm und Wasser vermengt und in großformatige Formen gegossen. Das Material wird nicht aufwendig gebrannt, wie dies bei herkömmlichen Ziegeln der Fall ist, sondern lediglich, bei einer Temperatur von 40-50 Grad, luftgetrocknet. Temperaturen in diesen Größenordnungen können solarthermisch erzeugt werden. Auf diese Weise wird ein Baumaterial, mit einer Wärmeleitzahl von unter 0,1 Watt / mk. (Messergebnis der TU Dresden), hergestellt und gleichzeitig die heute geforderte Wärmedämmung, bei einer Außenwanddicke von 36 cm, erfüllt.

Reine Lehmbauten sind allerdings hierzulande nicht häufig anzutreffen, da ein Haus in unseren Breiten auch einmal mit den Füßen im Wasser stehen kann und deshalb eine sichere Statik nicht gewährleistet ist. Was allerdings Tradition hat, ist zunächst ein Tragwerk aus Holz aufzubauen und die Zwischenräume (Gefache) mit Lehm und Stroh auszufüllen, wobei man speziell beim Hanfstroh wesentliche Vorzüge gegenüber dem herkömmlichen Getreidestroh vorfindet. Zum einen ist der Hektarertrag der Pflanze um ein wesentliches höher als bei Getreidearten, was der CO2 Bindung entgegenkommt und zum anderen liegt eine höhere Faseraminierung vor, die für weniger Volumenschwund bei der Austrocknung sorgt und last but not least ist es schädlingsresistenter.

Der Architekt und Entwickler Frank Braun ist zuversichtlich, dass sein Projekt, bei umweltbewussten Bauherren, auf große Akzeptanz stoßen wird, zumal die Erstellungskosten weit unter den marktüblichen Preisen für Energiesparhäuser liegen. Seine Vision geht sogar einen Schritt weiter und sieht in dieser energieeffizienten Einzelform vielleicht schon den künftigen städtebaulichen Entwurf des Informationszeitalters.

Weitere Informationen unter
oder unter Neuzeitbau GmbH, Tel. 030/ 81099474, http://www.neuzeitbau.de